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Magazin: Kain und Abel

Hand auf den Kopf von Abel (Alina König Rannenberg), der sich an ihn schmiegt. Szene aus Alessandro Scarlattis Oratorium „Kain und Abel“.

Zur Handlung

Nach ihrer Vertreibung aus dem Garten Eden leben Adam und Eva auf der Erde. Inzwischen haben sie zwei Söhne: Der erstgeborene Kain ist Ackerbauer geworden, sein jüngerer Bruder Abel ist Viehhüter. Bislang gibt es keine Menschen außer dieser vierköpfigen Familie. Sie kennen nichts außer einander sowie die einzigen beiden Wesenheiten, denen sie bislang begegneten: Gott und Teufel. Die Eltern erziehen die beiden Söhne im ständigen Bewusstsein der quälenden Schuld, die als schwere Bürde auf ihnen lastet: Der Biss vom Apfel des Baumes der Erkenntnis – zu dem sich zunächst Eva verführen ließ, die daraufhin Adam ebenfalls dazu verlockte – erweckte dereinst den Zorn Gottes, der daraufhin die Menschen, seine eigene geliebte Schöpfung, verstieß. Abel hat die Idee, Gott durch ein Opfer zu besänftigen und mit den Menschen zu versöhnen. Kain wird augenblicklich eifersüchtig, da es ihm als Erstgeborenen zustehen müsste, dieses Opfer zu vollziehen. Adam schlichtet den Streit und lässt beide Söhne ihre Opfer gleichzeitig darbringen. Gott zieht Abel vor und missachtet Kains Bemühungen.

Der Teufel schürt Kains Eifersucht weiter an und schlägt ihm vor, Abel zu töten, um Gottes Ungerechtigkeit zu sühnen. Daraufhin bittet Kain den Bruder zu einem Spaziergang, bei dem sich beide an der Natur erfreuen. Der scheinbaren Harmonie zum Trotz erschlägt Kain Abel.

Gott stellt Kain zur Rede und prophezeit ihm ein entsetzliches Leben voller Einsamkeit und Hass. Auf Kains Bitte, ihn doch lieber zu töten, denn als Mörder durch die Welt irren zu lassen, setzt Gott ihm ein Zeichen, das Kainsmal, auf die Stirn, das ihn vor Gewalttaten schützen soll. Der Teufel schlägt Kain vor, sich das Leben zu nehmen, um gegen Gottes Allmacht zu rebellieren, doch diesmal widersteht Kain.

Adam und Eva werden derweil von düsteren Vorahnungen gequält. Diese werden bestätigt, als ihnen die Stimme des toten Abel das Geschehene berichtet. Beide Söhne sind nun verloren: Der eine ist tot, der andere hat durch die Sünde die Eltern verlassen.

Adam erbittet von Gott weitere Nachkommen, durch die einst der Erlöser der Menschheit geboren werden soll, um der Sünde einen Sinn zu geben.

Von Christian Schröder

Mehr im Programmheft
Unser Programmheft bietet weitere Texte zu den Themen und Hintergründen der Inszenierung. Sie können es im Kleinen Haus sowie vor Beginn der Vorstellungen im Stein- oder Opernfoyer kaufen.

Kain und Abel

Alessandro Scarlattis Oratorium erzählt vom ersten Brudermord der Menschheitsgeschichte. In Dietrich W. Hilsdorfs Erfolgsinszenierung wird die biblische Geschichte zum beklemmenden Familiendrama.

Nahaufnahme eines jungen Mannes mit cineastischer Bildwirkung und warmer Lichtstimmung: Mit blondem, zerzaustem Haar und schmutzverschmierter Haut blickt er mit grün-blauen Augen intensiv nach vorn. Sein Ausdruck ist angespannt und innerlich aufgewühlt, die rechte Hand zur Faust geballt und nahe am Kinn. Er trägt ein weißes Langarmshirt. Die Szene evoziert die Figur des Kain aus Alessandro Scarlattis Oper Kain und Abel.

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