oder Ein Leben für die Kunst
Vaudeville in fünf Tableaus von Hans Werner Henze
Text von Hans Magnus Enzensberger
Einrichtung für Kammerensemble von Jobst Liebrecht
Beschreibung
Der Komponist Hans Werner Henze reiste gut zehn Jahre nach dem Ende der Revolution nach Kuba. Er traf Komponisten, Schriftsteller, Künstler, führte mit dem Sinfonieorchester von Havanna ein eigenes Stück auf und war voller Neugier darauf, was Musik und Kunst für die Menschen in dieser neuen Welt bedeuten sollten. Denn um nichts anderes als die Menschen und deren Glücksstreben ging es Henze in seinem künstlerischen Schaffen.
Ein guter Freund wurde in dieser Zeit der kubanische Schriftsteller Miguel Barnet. Dessen Buch DER GESANG DER RACHEL beruhte auf Interviews mit dem Varieté-Star Rachel aus den ereignisreichen Zeiten der kubanischen Republik (1902–1959). Ohne Reue und in drastischen Worten blickt Rachel auf ihr skandalträchtiges Bühnenleben zurück. Präsidenten kamen und gingen, Krisen, Umwälzungen und soziale Revolten fanden statt – Rachel war davon unberührt, bis am Ende ihr Theater geschlossen wurde und kein Publikum mehr für sie da war. Rachel, die selbstbezogene Künstlerin, blieb sich immer treu – und blieb allein. So wird sie zum Sinnbild des Menschen, der in der Revolution lebt, aber nicht mit ihr.
Hans Werner Henze erschuf auf der Grundlage dieses Lebensberichtes nach seiner ernüchterten Rückkehr aus Kuba ein turbulentes Vaudeville in fünf Tableaus. Den Text schrieb der Dichter Hans Magnus Enzensberger. Die Autoren tauchen ein in die halbseidene Welt der Unterhaltungsetablissements, der Gangster und Artist*innen im alten Havanna. Henze komponiert – wohl einmalig in seinem Schaffen – Chansons, Couplets und Tanzrhythmen wie Walzer, Rumba, Tango, Charleston und Ragtime. Gleichzeitig sorgen Perspektivwechsel und Brechungen für einen wachen Blick auf Rachels Illusion eines großen Künstlerlebens.
Ursprünglich als „Fernsehoper“ konzipiert, schrieb Henze 1975 eine große Bühnenfassung von „La Cubana“. Die Kammerversion „La piccola Cubana“ für neun Musiker*innen und vier Gesangssolist*innen sollte dem Charakter des Vaudevilles wieder näherkommen, jedoch konnte er sie zeitlebens nicht mehr vollenden. Erst 2019 brachte Jobst Liebrecht die „Piccola Cubana“ nach Henzes Aufzeichnungen heraus. Die Oper Köln zeigt dieses große kleine Werk aus Anlass des 100. Geburtstages von Hans Werner Henze.
mitwirkende
*Die tagesaktuelle Besetzung entnehmen Sie bitte den jeweiligen Terminen
besetzung
Termine und Tickets
Januar 2027
Premiere
Zum Abo-Vorverkauf geht es hier. Der Einzelkartenverkauf beginnt am 4. Mai 2026.
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Und wehe, wenn mir da eine in die Quere kommt!