Ernani

Handlung

Erster Akt – Der Bandit

In den Bergen Kastiliens

Der Bandit Ernani klagt den anderen Räubern sein Leid: Elvira, seine Geliebte, soll morgen gegen ihren Willen den alten Herzog Silva heiraten. Um dieses Schicksal abzuwenden, schmiedet Ernani einen Plan, Elvira zu befreien.

Nicht weit entfernt sitzt währenddessen Elvira – auf dem Schloss Silvas wie im goldenen Käfig – und träumt von einer Zukunft mit Ernani. Von den vielen Hochzeitsgeschenken und dem Wohlstand Silvas will sie nichts wissen.

Der spanische König Don Carlo, der ebenfalls in Elvira verliebt ist, verschafft sich indes Zutritt zu ihr. Leidenschaftlich gesteht er ihr seine Liebe. Doch Elvira weist ihn ab und beteuert, dass sie nicht an seiner Macht interessiert sei, sondern nach der wahren Liebe strebe. Don Carlo akzeptiert dies nicht und will sie gewaltsam mit sich nehmen. Da entreißt Elvira ihm seinen Dolch, um ihn und sich selbst umzubringen. In diesen Tumult platzt Ernani und stellt sich zwischen die beiden. Don Carlo erkennt in ihm den Anführer der Räuber und droht, Ernani umzubringen, sollte dieser nicht sofort fliehen. Ernani, der in Wahrheit kein Bandit, sondern der Herzog von Aragón ist, erkennt in Don Carlo wiederum den Mörder seines Vaters. Statt zu fliehen, fordert er Don Carlo zum Duell heraus.

Doch bevor es dazu kommen kann, tritt Silva ein. Schnell verbirgt Don Carlo seine Identität, um nicht als König erkannt zu werden. Silva ist über die Untreue Elviras empört und fühlt sich als Hausherr und zukünftiger Bräutigam in seiner Ehre verletzt. Auch er fordert die beiden Eindringlinge zum Duell heraus. Da gibt sich Don Carlo als König zu erkennen. Ehrfürchtig beugt sich Silva und lässt Don Carlo und Ernani ziehen.

Zweiter Akt – Der Gast

Auf dem Schloss Silvas

Ernani kehrt am nächsten Tag – dem Hochzeitstag von Silva und Elvira – als Pilger getarnt auf das Schloss Silvas zurück und bittet diesen um seine Gastfreundschaft. Sie wird ihm gewährt. Er mischt sich unter die anderen Hochzeitsgäste. Doch als Elvira im Hochzeitskleid erscheint, enthüllt Ernani seine wahre Identität und bietet das auf ihn gesetzte Kopfgeld als Hochzeitsgeschenk an. Dem Gastrecht folgend, schützt Silva Ernani trotz seiner Abneigung gegen ihn.

In einem Moment der Zweisamkeit wirft Ernani Elvira Untreue vor. Diese streitet alles ab und zeigt ihm als Beweis ihrer Treue den Dolch, mit dem sie sich vor dem Altar erstechen will, würde es wirklich zur Heirat mit Silva kommen. Ernani vergibt ihr und umarmt sie innig, als Silva die Liebenden stört. Wutentbrannt will er sich rächen.

Ein Bote kündigt die Ankunft des Königs Don Carlo an. Silvas Ehre als Gastgeber hindert ihn daran, Ernani dem König auszuliefern, und er versteckt ihn. Dies fasst Don Carlo als Missachtung auf und verdächtigt Silva der Untreue und Rebellion. Bevor Don Carlo Silva töten kann, geht Elvira dazwischen und fleht um Gnade. Don Carlo stellt Silva vor die Wahl, entweder Ernani oder Elvira preiszugeben. Erschüttert muss Silva mitansehen, wie Don Carlo zusammen mit Elvira sein Schloss verlässt.

Nach der Abreise will Silva sich selbst an Ernani rächen. Doch Ernani erinnert ihn daran, dass sie in Don Carlo einen gemeinsamen Feind haben, da dieser ebenfalls Elvira liebt. Silva solle seine Rache an Ernani erst vollziehen, nachdem sie gemeinsam Don Carlo zu Fall gebracht haben. Als Pfand gibt Ernani Silva sein Horn. Wenn Ernani das Hornsignal höre, werde er sich sofort dem Tod stellen. Silva stimmt dem Plan zu und gemeinsam eilen sie Don Carlo nach.

Dritter Akt – Die Gnade

In der Kaisergruft Karls des Großen im Dom zu Aachen

In Aachen beraten sich die Kurfürsten im Dom über die Nachfolge des verstorbenen Kaisers.

Don Carlo wird von seinem Waffenträger Riccardo in die Grabkammer des Doms geführt, wo er hoffnungsvoll auf das Ergebnis der Wahl wartet. Außerdem will er seinen Verschwörern Ernani und Silva auflauern, um sie auf frischer Tat bei ihrem mörderischen Plan gegen ihn zu überführen. Beim Anblick des Grabsteins Karls des Großen nimmt Don Carlo sich ihn zum Vorbild und sinniert über sein Leben und die neue, sich anbahnende Verantwortung des Kaiseramtes. Als die Verschwörer nahen, versteckt er sich im Mausoleum Karls des Großen.

Die Verschwörer beraten sich indes, wer Don Carlo töten soll. Das Los fällt auf Ernani. Silva bietet Ernani an, ihm dessen verpfändetes Leben zurückzugeben, wenn er ihm das Los abtreten würde. Aber Ernani bleibt hart und will selbst Rache an Don Carlo üben.

Drei Kanonenschüsse verkünden die erfolgreiche Wahl von Don Carlo zum Kaiser Karl V. Triumphierend tritt er aus seinem Versteck heraus und verkündet die Strafe für die Verräter. Ernani enthüllt seine wahre Identität als Herzog von Aragón. Elvira bittet um sein Leben und kündigt an, sich im Falle von Ernanis Tod ebenfalls das Leben zu nehmen. Daraufhin lässt Kaiser Karl V. Milde walten. Nach dem Vorbild Karls des Großen stellt er seine eigenen Wünsche zurück, begnadigt Ernani und befürwortet dessen Hochzeit mit Elvira. Alle preisen die Güte Karls V, nur Silva bleibt unversöhnlich zurück.

Vierter Akt – Die Maske

Saragossa, im Palast Ernanis

Ernani ist als Adeliger rehabilitiert und feiert unter dem Namen Don Giovanni d’Aragona seine Hochzeit mit Elvira. Die Stimmung ist ausgelassen, allein ein maskierter Gast trübt die Heiterkeit. Nachdem sich die Gäste zurückgezogen haben, bleibt das Brautpaar allein zurück. Überglücklich gestehen sich Ernani und Elvira erneut ihre Liebe.

Doch das Glück währt nur kurz. Aus der Ferne ertönt der Klang eines Horns und erinnert Ernani an seinen Schwur. Er gerät in Panik. Seine Sorge bestätigt sich, als der Maskierte sein Gesicht enthüllt: Vor ihm steht Silva und verlangt unbarmherzig den Vollzug seiner Rache. Alle Bitten Ernanis und Elviras können den alten Silva nicht von seiner Rache abhalten. Ernani ersticht sich, Elvira bricht verzweifelt über seinem Leichnam zusammen, während Silva seine Rache genießt.

Zusatzmaterial

Ernani

Große Gefühle, dramatische Konflikte und Verdis unverwechselbare Klangsprache: ERNANI in einer konzertanten Aufführung, bei der die Stimmen im Mittelpunkt stehen.
Zur Produktion
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