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Arnold Schönberg

Lange Nacht der Theater Pierrot Lunaire

Dreimal sieben Gedichte aus Albert Girauds "Pierrot lunaire"
freie deutsche Übertragung von Otto Erich Hartleben
Melodrama von Arnold Schönberg (1874 - 1951)

Sa /
Okt 16
StaatenHaus Saal 2 / 20:00 – 21:00 / Sonderveranstaltung Oper

Inhalt

Mondsüchtig ist die Oper Köln bei der Kölner Theaternacht 2016.

Die Oper Köln präsentiert im Rahmen der Kölner Theaternacht ein musikalisches Meisterwerk des frühen 20. Jahrhunderts, ein Schlüsselwerk der Wiener Moderne: »Pierrot lunaire« von Arnold Schönberg, ein grenzgängerisches Nachtstück par excellence.

Mit seinem »Pierrot lunaire« vertonte Arnold Schönberg 21 Gedichte des belgischen Poeten Albert Giraud. Giraud, ein Mitglied des »Parnasse de la Jeune Belgique«, hatte seinen Gedichtzyklus 1884 in Brüssel veröffentlicht. In der sehr freien, mit eigenen poetischen Findungen versehenen deutschen Übersetzung von Otto Erich Hartleben erschienen sie acht Jahre später als Privatdruck im Berliner »Verlag deutscher Phantasten«.

Arnold Schönberg komponierte diesen Zyklus im Frühjahr 1912 für eine weibliche Sprechstimme und ein fünfköpfiges Instrumentalensemble (Flöte/Piccolo, Klarinette/Bassklarinette, Geige/Bratsche, Cello und Klavier), dessen Zusammensetzung von Stück zu Stück variiert. Der Sprecherin kommt dabei die besondere Aufgabe zu, die von Arnold Schönberg vorgegebenen Tonhöhen der drei mal sieben Gedichte bei exakter Rhythmik in eine musikalische Sprechmelodie zu übersetzen.

Die überreich mit symbolischen Sprachbildern versehenen Gedichte verdichten sich in Schönbergs Musikalisierung zu einem melodramatischen Kosmos, der das Verhältnis von Leben und Kunst hinterfragt. Durch seine mit reizvollen klanglichen Schattierungen aufwartende Komposition, mit der er einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer neuen musikalischen Sprache unternahm, eröffnete Schönberg seinen Hörern bis dahin nie erlebte Horizonte. Noch heute erweist sich Schönbergs »Pierrot« als ein Werk, das eine jegliche Erfahrung von Wirklichkeit und Definition von Kunst in Frage stellt. Wie weit reicht die Realität, wo beginnt die Kunst, und gibt es überhaupt eine gültige Trennlinie zwischen diesen beiden Bereichen? Als verbindendes Moment in diesem Zwischenreich der nächtlichen Phantasmen fungiert – mit »wächsernem Antlitz« – die aus der Tradition der Commedia dell’arte stammende Gestalt des Pierrot, der sich in seinem Verhältnis zum Mond so wechselhaft zeigt wie der Mond selbst.

Tickets finden Sie unter http://www.theaternacht.de/2016/tickets/

Inszenierung

Im Rahmen der »Langen Nacht der Theater« zeigt die Oper Köln eine musikalische Kostbarkeit: Die junge Regisseurin Kai Anne Schuhmacher, die in der Saison 2015.16 mit der Regie von Benjamins Brittens »The Rape of Lucretia« nachhaltig überzeugte, realisiert in den Räumlichkeiten des StaatenHauses das 1912 entstandene Melodrama »Pierrot lunaire« von Arnold Schönberg.

Weitere Informationen zum Programm der 16. Kölner Theaternacht sowie Tickets finden Sie hier.

Besetzung

Musikalische Leitung Rainer Mühlbach / Inszenierung Kai Anne Schuhmacher / Kostüme Xenia Lassak / Licht Nicol Hungsberg /