Joseph Haydn

Die Schöpfung

Oratorium in drei Teilen
Libretto nach der Schöpfungsgeschichte und John Miltons "Paradise Lost"
In deutscher Sprache mit Übertiteln

Sa /
Okt 24
StaatenHaus Saal 2 / 19:30 – 21:00 / Vorstellung / 15 € - 110 €
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Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn in Saal 3.

Inhalt

Es gibt wohl kaum ein Werk in der Musikgeschichte, das die Entstehung von etwas Neuem so freudestrahlend preist, die Überwindung von etwas Altem, Vergangenem zelebriert, und die Neugier auf ungeahnte Entdeckungen und Erfahrungen weckt: Mit seinem bahnbrechenden Oratorium „Die Schöpfung“ schuf Joseph Haydn ein Loblied auf die Erschaffung der Welt. Joseph Haydn begann mit der Arbeit an der „Schöpfung“, nachdem er seinen Dienst als Hofkapellmeister des Fürsten Esterházy niedergelegt hatte. Während seiner Aufenthalte in London besuchte er Aufführungen von Georg Friedrich Händels Oratorien, bei denen Hunderte von Mitwirkenden durch ihren Chorgesang in der Landessprache die Zuschauer*innen verschiedenster sozialer Klassen begeisterten. Fasziniert von deren Strahlkraft fasste Haydn den Entschluss, etwas Vergleichbares in seiner Heimat zu komponieren. Als Vorlage wählte Haydn John Miltons „Paradise Lost“ sowie die Genesis aus der Bibel. Nach eigener Aussage war die Komposition für Haydn – selbst zutiefst katholisch verwurzelt – eine grundlegende religiöse Erfahrung. Die öffentliche Premiere ging am 19. März 1799 mit großem Erfolg im alten Burgtheater Wien über die Bühne. Das Werk schlug ein wie kaum ein anderes zuvor und wurde zum größten Triumph in Haydns Laufbahn. In einer Zeit, in der in Europa die Napoleonischen Kriege tobten, stand die „Schöpfung“ auch für die Vision des neuen Humanismus, als musikalisches Sinnbild für die Epoche der Aufklärung. Zugleich zeigt wohl kaum ein Werk so deutlich, wie sich die Weltanschauung in den vergangenen 200 Jahren verändert hat. Wo befindet sich die Menschheit heute? Wer entscheidet über die Kategorien von Gut und Böse, über die Stellung von Mann und Frau? Wer schreibt die Geschichte und wie geht die Geschichte weiter? Die britische Regisseurin Melly Still, die an der Oper Köln ihr Deutschlanddebüt gibt, wirft einen modernen und kritischen Blick auf den Schöpfungsmythos und rückt den Prozess des Geschichtenerzählens bildgewaltig in den Vordergrund.

Mit freundlicher Unterstützung des Kuratoriums der Oper Köln.

Besetzung

Musikalische Leitung Marc Minkowski / Inszenierung Melly Still / Ausstattung Merle Hensel / Video Pixellux Ltd. (Nina Dunn) / Licht Malcolm Rippeth / Chorleitung Rustam Samedov / Dramaturgie Svenja Gottsmann /

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