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Bayerisches Junior Ballett München

Sa /
Feb 20 Zu dieser Veranstaltung findet eine Begleitveranstaltung statt.
StaatenHaus Saal 1 / 19:30 – 22:30 / Vorstellung / 12 € - 61 €
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Begleitveranstaltung

Mit Kurzeinführung in Saal 3 ab 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Inhalt

»Nur wer wagt gewinnt« war das Motto des 2010 gegründeten Ensembles für TänzerInnen zwischen 17 und 20 Jahren. Ivan Liška, der selbst Solist beim Bayerischen Staatsballett und dem Hamburg Ballett und von 1998 bis 2016 Direktor des Bayerischen Staatsballetts war, hat mit seiner damaligen Dramaturgin Bettina Wagner-Bergelt die Kompanie gegründet und seitdem die Leitung inne.

Mittlerweile ist das Bayerische Junior Ballett München zu einem begehrten Sprungbrett für junge TänzerInnen von Akademien auf der ganzen Welt geworden. Die Heinz-Bosl-Stiftung ist federführend in dieser Kooperation mit dem Bayerischen Staatsballett und der Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München. Die Kompanie hat sich ein breites Repertoire aus klassischen, neoklassischen und zeitgenössischen Balletten aufgebaut.

Hundert Jahre Bauhaus – deshalb kommt die Kompanie mit einem Erbe der klassischen Moderne, nämlich mit Oskar Schlemmers legendärem »Triadischen Ballett« in der Fassung von Gerhard Bohner aus dem Jahre 1977. Ivan Liška und Colleen Scott, Originalbesetzung der Bohnerschen Rekonstruktion, haben das Ballett 2014 mit den jungen TänzerInnen neu einstudiert, um es der Welt wieder zugänglich zu machen.

Oskar Schlemmer, von 1925 bis 1929 Leiter der Bauhausbühne in Dessau, wollte seine malerische Vision auch auf der Bühne umsetzen und nannte das Konzept »Das Triadische Ballett« – die neue Einheit von Mensch, Raum und Figur. Er schuf 18 Bühnenkostüme, Figurinen aus Holz und Metall, die es den TänzerInnen nicht erlauben sollen, sich frei zu bewegen. Die Grundsätze Schlemmers blieben dabei immer gleich: Raum, Form / Farbe und Bewegung sollen die Trias bilden. »Das Triadische Ballett« wurde zum Synonym der Bestrebungen der bildenden Künstler- Innen um die Erneuerung und Annäherung der Künste zu Beginn des 20. Jahrhunderts. 1977 wagte sich der Choreograf Gerhard Bohner an eine erste Rekonstruktion anhand des wenigen noch vorhandenen Originalmaterials. Er entwickelte Kostüme, die sich eng an den überlieferten Originalen von Schlemmer orientieren. Bohners Interesse galt der Auseinandersetzung mit den Kostümen und einer neuen Umsetzung von Bewegung im Raum. Seine Choreografie zur Musik von Hans-Joachim Hespos reiste Ende der 70er Anfang und der 80er Jahre um die Welt und traf überall auf begeisterte Zuschauer. Nun ist das Bayerische Junior Ballett mit diesem Jahrhundertwerk mit großem Erfolg auf Tour. Um die vielfältigen Talente der jungen TänzerInnen des BJBM zeigen zu können, werden sie zusätzlich eine neue Kreation präsentieren.

Inszenierung

GERHARD BOHNER, 1936 in Karlsruhe geboren, erhält seine Ausbildung bei Mary Wigman in Berlin. Nach ersten Engagements in Mannheim und Frankfurt / Main holt ihn Tatjana Gsovsky 1961 an die Deutsche Oper Berlin. 1964 beginnt Bohner selbst zu choreografieren und gewinnt 1969 den zweiten Preis beim Choreografen- Wettbewerb der Kölner Sommer-Tanzakademie. Sein wohl bedeutendstes Gruppenstück, »Die Folterungen der Beatrice Cenci«, 1971 uraufgeführt, macht ihn auf zahlreichen Gastspielen international bekannt. 1972 und noch einmal 1992 erhält er den Preis des Verbandes Deutscher Kritiker. Von 1972 bis 1975 leitet er das Darmstädter Tanztheater, von 1978 bis 1981 – gemeinsam mit Reinhild Hoffmann – das Tanztheater Bremen. Im Anschluss lebt er als freier Choreograf und Tänzer in Berlin, wo, oft in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste, eine Reihe von herausragenden Soloarbeiten entstehen, die zu vielen Gastspielen führen. 1992 stirbt Gerhard Bohner in Berlin.

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