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Helmut Oehring

KUNST MUSS (zu weit gehen) oder DER ENGEL SCHWIEG

dokupoetisches Instrumentaltheater für 16 InstrumentalVokalSolistInnen, drei Sängerinnen,
Kindersolist_innen, vorproduzierte Zuspiele und Live-Elektronik
auf die Wuppertaler Rede Die Freiheit der Kunst (1966) und andere Texte Heinrich Bölls sowie Erzählungen der Mitwirkenden
Musik von Helmut Oehring (* 1961)
Auftragswerk der Oper Köln in Kooperation mit dem Ensemble Musikfabrik
Die Komposition wurde durch die Förderung der Stadt Köln ermöglicht.

Sa /
Dez 17
StaatenHaus Saal 3 / 19:30 – 21:00 / Uraufführung / € 41,-
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Inhalt

Kunst »muss also zu weit gehen, um herauszufinden, wie weit sie gehen darf, wie weit die ihr gelassene Freiheitsleine reicht. Sie bringt nicht nur, bietet nicht, sie ist die einzig erkennbare Erscheinungsform der Freiheit auf dieser Erde (...) Prometheus – das bedeutet der Vorausdenkende – hat ja nicht das Feuer vom Himmel geholt, nur damit die Wurstbratereien ihre Geschäfte machen können; er hat es geholt, auf dass die Erde brenne, und er war ein listiger Titanensohn. Wenn die Tabu-Durchbrechung in den Händen der Wurstelbrater eine schicke und dolle Sache geworden ist, an der die Bourgeoisie immer mehr Gefallen findet und immer mehr Geld verdient, muss die Literatur zurückgehen; oh nein, nicht das Feuer in den Himmel zurückbringen, aber listig wie alle Vorausdenkenden muss sie einen Weg suchen und finden, was frei, geordnet, untröstlich, also poetisch an der Liebe ist ...« (Heinrich Böll)

Zum 100. Geburtstag von Heinrich Böll entwickeln der Komponist und Regisseur Helmut Oehring und die Librettistin und Coregisseurin Stefanie Wördemann im Auftrag der Oper Köln und des Ensemble Musikfabrik ein instrumentalvokales Theater, inspiriert von einer Rede, die Heinrich Böll 1966 anlässlich der Eröffnung des Wuppertaler Schauspielhauses gehalten hat. Unter dem Postulat »Die Kunst muss zu weit gehen« äußerte er sich darin zum Verhältnis von Kunst, Politik und Gesellschaft. Dabei sprach er sich dezidiert gegen die Idee einer Kunst aus, die der Gesellschaft und den Mächtigen gefällig zu sein hat. Heinrich Bölls Prosa und Lyrik sowie seine Äußerungen zu gesellschaftspolitischen Fragen besitzen bis heute die Kraft zu polarisieren.

Inszenierung

Der 1961 in Ostberlin geborene international renommierte und weltweit aufgeführte Komponist Helmut Oehring, der mit diesem Werk erstmals an der Oper Köln aufgeführt wird, steht für die Idee eines instrumentalen Theaters, das innerhalb der Neukomposition Einflüsse alter und älterer Musik, von Literatur, Bildender Kunst und Philosophie aufgreift, unter Einbeziehung von Gebärdensprache, Tanz, Schauspiel sowie elektronischen Medien. Für sein Werk wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen wie dem Arnold-­Schönberg-­Preis geehrt, aktuell mit dem Deut­schen Musikautorenpreis in der Kategorie Musiktheater. Zu seinen Bühnenwerken auf Textbücher Stefanie Wördemanns zählen »SehnSuchtMEER oder Vom Flie­genden Holländer« (UA Deutsche Oper am Rhein, 2013) und »AscheMOND oder The Fairy Queen« (UA Staatsoper im Schillertheater Berlin 2013).

Auftragswerk der Oper Köln in Kooperation mit Ensemble Musikfabrik.
Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Die Komposition wurde durch die Förderung der Stadt Köln ermöglicht.
Die Entwicklung des Werks fand im Rahmen von Campus Musikfabrik statt, gefördert von der Kunststiftung NRW.

»Was sie (die Kunst) braucht, einzig und allein, ist Material - Freiheit braucht sie nicht, sie ist Freiheit.« (Heinrich Böll, 1966)

Besetzung

Musikalische Leitung Bas Wiegers / Idee, Komposition, Szenische Realisation Helmut Oehring / Konzeption, Textbuch, Dramaturgie, szenische Realisation Stefanie Wördemann / Licht Philipp Wiechert /

16 InstrumentalVokalsolist_innen des
das junge Mädchen
der Junge
Kinderstimmen Live / solistische + chorische Performance
Stimme (Zuspiele und live)

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