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Johannes Maria Staud

Die Antilope

Oper in sechs Bildern
Text von Durs Grünbein
Musik von Johannes Maria Staud (*1974)
Koproduktion von Lucerne Festival,
Theater Luzern und Oper Köln

Do /
Mär 17
StaatenHaus Saal 2 / 19:30 – 21:00 / Vorstellung / 12 € - 61 €

Inhalt

Im 13. Stockwerk eines Bürogebäudes amüsieren sich Mitarbeiter verschiedener Abteilungen bei einer Firmenparty. Man stellt sich einander vor, fühlt sich wichtig, trinkt Champagner und wartet auf den Chef. Victor, der offensichtlich nicht mitmachen will, wird in einem bedrohlichen Massenrausch der Kollegen dazu gedrängt, doch endlich locker zu werden. Der Direktor trifft ein, hält eine Lobrede auf sich selbst und wirft mit Modeschlagwörtern um sich, die dann jedoch auf ironische Weise zu Neukreationen wie »kreatabel«, »flexitiv«, »orientent« und »innotabel« gesteigert werden. Auf dem Höhepunkt der Rede, bei der sich der Sinn zunehmend aus der Sprache verflüchtigt, muss der Chef wegen Nasenblutens abbrechen. Da ergreift Victor das Wort: Seine Rede in einer Phantasiesprache führt die inhaltslose Kommunikation konsequent zu Ende. In der Tat handelt es sich dabei um eine Ansammlung und Kombination unterschiedlicher Bezeichnungen für Antilopenarten. Dann springt Victor aus dem Fenster – in eine zeitenthobene Existenz, die ihm neue Sichtweisen gewährt. Auf seiner nächtlichen Wanderung durch eine absurd verzerrte großstädtische Gegend gerät der ziellos Suchende in ebenso grotesk wie komisch anmutende Situationen, die stets auf der Kippe zwischen Realität und Phantastik balancieren. Die sonderbare Flucht in einen unmöglichen Zustand erweist sich dabei als Abenteuerexpedition und innere Reise zugleich – mit Notlandung im Hier und Jetzt.

Inszenierung

Der vielfach ausgezeichnete Lyriker Durs Grünbein entwickelte für dieses surreale Stationendrama sechs prägnante Tableaus, die als pointiert-poetische Momentaufnahmen die trostlose Kehrseite von Wohlstand, Reichtum und wirkungsmächtiger Karriere abbilden. Die Vertonung lag in den Händen des österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud, dessen Werk vom Solostück zum großbesetzten Orchesterwerk reicht und vielfältige Anregungen aus verschiedenen Disziplinen wie etwa Philosophie, Kunst, Literatur und Film verrät.

Nach seinen Erfolgen in Wolfgang Rihms »Jakob Lenz« und »Die Eroberung von Mexico« ist Ensemble-Bariton Miljenko Turk erneut als eindrucksvoller Protagonist (Victor) in einer zeitgenössischen Oper zu erleben.

»Und eben war noch alles gut.«
(Victor, 2. Bild)

Besetzung

Musikalische Leitung Howard Arman / Inszenierung Dominique Mentha / Bühne Ingrid Erb, Werner Hutterli / Kostüme Ingrid Erb / Licht Nicol Hungsberg / Chorleitung Sierd Quarré / Dramaturgie Georg Kehren, Christian Kipper /

die Sekretärin, die junge Frau, die Mutter, die Passantin
eine Kollegin, eine Frau, die Skulptur
eine Kollegin, eine Frau, die alte Frau
ein Kollege, der junge Mann, ein Doktor
ein Kollege, der Passant, ein Doktor
der Chef, der Oberkellner, ein Doktor, der Wachmann
eine Frau