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Hector Berlioz

Benvenuto Cellini

Opéra comique, Pariser Fassung
Libretto von Léon de Wailly und Henri-Auguste Barbier nach Denis Dominique Farjasse
Musik von Hector Berlioz (1803 - 1869)
KÖLNER ERSTAUFFÜHRUNG
in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
mit Kurzeinführung

Do /
Sep 16 Zu dieser Veranstaltung findet eine Begleitveranstaltung statt.
StaatenHaus Saal 1 / 19:00 – 22:45 / Vorstellung / 12 € - 61 €

Begleitveranstaltung

Die Kurzeinführung zu Hector Berlioz' »Benvenuto Cellini« beginnt um 18:20 Uhr.

Inhalt

Genie und Bürgerschreck, Selbstvermarkter und krimineller Provokateur: Der schillernde Renaissance-Mensch Benvenuto Cellini steht im Mittelpunkt jenes Werks, mit dem das Künstlerdrama auf der Opernbühne Einzug hielt. Der Komponist Berlioz hatte bei der Lektüre von Cellinis autobiographischen Aufzeichnungen in dem genialen Goldschmied und Bildhauer des 16. Jahrhunderts einen seelenverwandten Vorgänger seiner selbst entdeckt, sah doch auch er sich als einen Pioniergeist, der für das unverbrüchliche Beschreiten eigener künstlerischer Wege einen hohen Zoll zu entrichten hatte und sich gleichwohl zeitlebens um konventionelle Erwartungen nicht scheren wollte. 1838 in Paris erstaufgeführt, entzieht sich dieses überbordende, mehrfach überarbeitete, alle Genre-Grenzen sprengende Werk jeglicher endgültigen Einordnung. Franz Liszt veranlasste die Partitur zu der Feststellung, diese Oper erweise sich als ein gelungenes Miteinander von »Ziselierarbeiten« und »originaler Bildhauerkunst«.

Zum dramatischen Höhepunkt gerät jene Situation in Cellinis Atelier, bei der sich der Bildhauer vor die nach menschlichem Ermessen unmögliche Aufgabe gestellt sieht, die von Papst Clemens beauftragte Perseus-Statue innerhalb eines einzigen Tages fertigzustellen. Nicht nur seine berufliche Reputation und das Glück an der Seite Teresas – der Tochter seines Hauptgegners, des päpstlichen Schatzmeisters Balducci – stehen bei diesem künstlerischen Himmelfahrtskommando auf dem Spiel, sondern gar sein Kopf. Jedes seiner bisherigen Kunstwerke, deren er habhaft werden kann, nimmt aufgrund der Materialnot den Weg in den Schmelzofen – zugunsten des EINEN, das den Höhepunkt seines bisherigen Schaffens bedeuten soll.

Inszenierung

Regisseur Carlus Padrissa über »Benvenuto Cellini«:

»Wir inszenieren nun bereits zum dritten Mal Berlioz. Bei »Benvenuto Cellini« handelt es sich dabei wohl um das Werk, das den Konventionen der Kompositionskunst am deutlichsten widerstrebt.
In unserer Inszenierung spiegeln wir die drei in sich verflochtenen Grundideen wieder, die wir aus dem Libretto herausinterpretieren. Zunächst wäre da das Volk. Dieses befindet sich inmitten der Karnevalsfestlichkeiten, die sich durch ihren Atavismus sowie uralte Bräuche auszeichnen. Des Weiteren gibt es eine spannende Liebesgeschichte und zuletzt dreht sich natürlich alles um die Autobiographie Benvenuto Cellinis, der als erster Künstler überhaupt seine eigene Lebensgeschichte niederschrieb. In seinem Werk mit dem Titel 'Leben' erzählt er von seinen Begegnungen mit florentinischen Künstlern wie Leonardo Da Vinci, Michelangelo und Piero Torrigiani. Auch die großen Mäzene, für die er gearbeitet hat, bleiben nicht unerwähnt. Dazu zählen u. a. die Familie Medici, Franz I. von Frankreich, die Päpste Clemens VII. und Paul III. sowie weitere wichtige Persönlichkeiten der Renaissance, die in den Bereichen Wirtschaft, Religion und Medien machtvolle Positionen innehatten. Die Figuren, die Benvenuto Cellini aus seinem Leben beschreibt, stehen stellvertretend für diejenigen Menschen, denen auch wir im Laufe unseres komplizierten und kurzen Lebens begegnen.
'… die böse, hinterhältige Zunge eines lächerlichen Gegners von mir tat es sich leicht, eure Heiligkeit zu erzürnen.'«

 

François-Xavier Roth, GMD der Stadt Köln und Gürzenich-Kapellmeister, steht auch im Rahmen der Wiederaufnahme dieses schillernden Meisterwerkes der französischen Opernliteratur wieder am Pult des Gürzenich-Orchesters. Die Titelpartie interpretiert erneut Ferdinand von Bothmer, Nikolay Didenko ist als Papst Clemens VII. zu erleben.

»Kommt, um was Neues zu hören!«
(Chor der Gaukler, 1. Akt)

Besetzung

Musikalische Leitung François-Xavier Roth / Inszenierung Carlus Padrissa (La Fura dels Baus) / Bühne Roland Olbeter / Kostüme Chu Uroz / Video Fritz Gnad, Alexander Rechberg / Licht Andreas Grüter / Choreografie Mirea Romero Miralles / Chorleitung Andrew Ollivant / Dramaturgie Georg Kehren /

Benvenuto Cellini
Giacomo Balducci
Fieramosca
Papst Clemens VII.
Bernardino
Ein Wirt
Ascanio
Flugartistik
E-Chor

Weitere Termine