Carlus Padrissa (La Fura dels Baus)

Vita

Carlus Padrissa (La Fura dels Baus) ist ein renommierter Regisseur und Multimedia-Künstler. Geboren in Barcelona, war er 1979 einer der Mitbegründer der Theatergruppe »La Fura dels Baus« (katalanisch für »Das Frettchen der Abgründe«). La Fura dels Baus definiert sich selbst als eine urbane Theatergruppe, die szenische und musikalische Wege abseits des Traditionellen erforscht. Dabei versucht die Gruppe, Musik, Bewegung, natürliche und künstliche Materialien, neue Technologien und nicht zuletzt das Publikum in ihre Aufführungen zu integrieren. Im Laufe der 1990er-Jahre erweiterte die Gruppe ihre künstlerischen Projekte u. a. auf das Sprechtheater, das »digitale Theater« und die Realisierung von Großereignissen. Erstmals großes Aufsehen erregte La Fura dels Baus mit der Gestaltung der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona. Gerard Mortier entdeckte die Truppe 1999 für die Oper. Die Inszenierung »La damnation de Faust« von Hector Berlioz bei den Salzburger Festspielen war ein triumphaler Erfolg. Im Palau de les Arts Reina Sofía von Valencia realisierten Padrissa und sein Team Richard Wagners »Der Ring des Nibelungen« mit Zubin Mehta am Pult. Im Herbst 2009 war dieser im Fernsehen (3sat) zu sehen. Bei der RuhrTriennale inszenierte Padrissa Mozarts »Die Zauberflöte«, an der Scala di Milano reüssierte er mit Richard Wagners »Tannhäuser« und Bela Bartóks »Herzog Blaubarts Burg«. Mit dem Film »Faust 5.0« ist La Fura dels Baus schließlich auch ins Kinogeschäft eingestiegen. Des Weiteren ist die Gruppe auch in Tom Tykwers »Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders« in der furiosen Massenorgien-Szene zu bewundern, die wie eine Choreographie einstudiert wurde. Im Mai 2008 zeichnete La Fura dels Baus für die szenische Umsetzung von »Michaels Reise« (ein Teil aus dem »Donnerstag« des »Licht«-Zyklus’ von Karlheinz Stockhausen) verantwortlich. Die Premiere erfolgte im Rahmen der Wiener Festwochen. An der Bayerischen Staatsoper München führte Padrissa Regie bei Puccinis »Turandot« und bei der Uraufführung »Babylon« von Jörg Widmann (Libretto: Peter Sloterdijk). Im April 2011 fand unter der Regie von Carlus Padrissa an der Oper Köln (Spielort: StaatenHaus) die vielbeachtete Uraufführung »Sonntag« aus Karlheinz Stockhausens »Licht«-Zyklus statt, gefolgt von der Neuproduktion von Richard Wagners »Parsifal« im Frühjahr 2013. Zur Eröffnung der Spielzeit 2015.16 setzte er Hector Berlioz’ »Benvenuto Cellini« im StaatenHaus in Szene. Im Mai 2017 folgt hier »Das Lied der Frauen vom Fluss«. 2017 inszenierte er unter anderem Wagners »Götterdämmerung« an der Houston Grand Opera und Haydns Oratorium »Die Schöpfung« im Theater an der Wien.

 

Veranstaltungen mit Carlus Padrissa (La Fura dels Baus)

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